WARUM ist eine Verkehrswende notwendig?

Der aktuelle Verkehr stößt nicht nur CO2 aus und treibt somit den Klimawandel voran, er emittiert auch Schadstoffe, verursacht Lärm und Stress, gefährdet Verkehrsteilnehmer*innen und die Flächenverteilung darin ist umstritten. Um diese Situation zu verbessern, dem Klimawandel entgegen zu wirken und unsere Lebensqualität zu verbessern muss sich die Mobilität drastisch ändern!
Es geht um ein neues Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern, damit alle gleich mobil sein können – ganz egal mit wie sie unterwegs sind und welche körperlichen Einschränkungen vorliegen. Wir wollen einen nachhaltig gestalteten Verkehr, der sicher und umweltfreundlich ist und die Bedürfnisse aller Menschen gleichermaßen berücksichtigt.

Klimaschutz: Wie beeinflusst Mobilität den Klimaschutz?

Der Verkehr verursachte im Jahr 2015 18 % der in Deutschland produzierten CO2-Emissionen – und das zum großen Teil (zu 61 %) durch private PKW (BMU 2018). Dies ist nicht verwunderlich, denn das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel in Deutschland ist das Auto. Erst mit einem großen Abstand folgt das Fahrrad (FAZ 2019). Vor dem Hintergrund, dass der Klimawandel weiter voranschreitet, muss auch der Verkehrssektor schnellstmöglich umweltfreundlich und klimaneutral umgestaltet werden. Nachhaltige Mobilitätskonzepte mit attraktiven Alternativen zum Auto sind dafür unverzichtbar.

Sicherheit: Wie sicher ist der Verkehr heute?

© Life e.V.

Wir alle möchten uns sicher von einem Ort zum anderen bewegen können. Jedoch ist das nicht immer der Fall, egal ob wir dem Auto, Fahrrad, mit Bahn und Bus oder zu Fuß unterwegs sind. Denn es kommt immer wieder zu Unfällen, bei denen Menschen verletzt oder getötet werden. Im Jahr 2017 starben in Deutschland 3.180 Menschen bei Verkehrsunfällen, wobei Fahrradfahrer*innen und Nutzer*innen von Krafträdern/Kleinkrafträdern besonders gefährdet sind (Statistisches Bundesamt 2018). Um Unfälle zu verringern und unser Wohlbefinden im Verkehr zu erhöhen, ist es von besonderer Relevanz die Mobilität so zu konzipieren, dass sich alle Verkehrsteilnehmer*innen sicher fortbewegen können.

Flächengerechtigkeit: Wer braucht wie viel Platz auf der Straße?

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Fläche ist eine immer knapper werdende Ressource, um deren Nutzung Land- und Forstwirtschaft, Siedlung und Verkehr, Naturschutz, Rohstoffabbau und Energieerzeugung konkurrieren (Umweltbundesamt 2018). Gerade in einer wachsenden Stadt wie Berlin wird der Platz auf der Straße immer enger. Und dabei wird im öffentlichen Raum ein überproportionaler Teil durch Parkplätze eingenommen – man schätzt es sind in Berlin ca. 20 % der Straßenflächen (Quelle). Dabei ist ein Auto in Deutschland im Durchschnitt 23,25 Stunden geparkt und ein Autoparkplatz so groß wie ein durchschnittliches Kinderzimmer. Daher wird über eine Neuverteilung der Verkehrsflächen gestritten, die nach dem Maßstab der Menschen ausgerichtet ist, statt nach dem der Autos. Statt Fahrspuren werden so Fahrradwege ausgebaut, Bänke installiert oder Grünflächen gestaltet.

Schadstoff- und Lärmbelastung: Welche Risiken bestehen?

© Umweltbundesamt

Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOx) oder Feinstaub sind gesundheitsschädlich und werden in der Stadt hauptsächlich durch den motorisierten Straßenverkehr emittiert (UBA 2016 & UBA II 2018). Damit setzen sich alle Verkehrsteilnehmer*innen einem hohen Gesundheitsrisiko aus, welches unter anderem zu Atemwegserkrankungen führen kann (UBA 2018).
Zudem verursacht der Straßenverkehr Lärm, der von vielen Menschen subjektiv als störend oder belästigend empfunden wird. Dabei steht der Straßenverkehr als Hauptlärmquelle gegenüber anderen Lärmquellen mit Abstand im Vordergrund. Denn nach der Umweltbewusstseinsstudie fühlten sich 76 % der befragten Personen durch Straßenverkehrslärm gestört (UBA 2018).
Diese Geräuschemission sind auf Dauer belastend, lösen Stress bei den Betroffenen aus und können sogar bei geringem Schallpegel krank machen (UBA 2015).